Wer Hoffnung sät, wird Liebe ernten

Manchmal braucht es eine Erinnerung um sich wieder völlig bewusst zu werden, wie gut es uns trotz mancher Herausforderung immer noch geht. Diese Woche habe ich mich mit einer lieben Freundin aus der Schweiz über Zufriedenheit, Demut und Lebenseinstellung unterhalten.

Dabei hat sie mir von “Dem Mann ohne Arme und Beine“ erzählt, und mir danach ein Video von ihm geschickt.

Nick Vujicic, der 1982 in den USA ohne Arme und Beine geboren wurde. Er meistert sein Schicksal und arbeitet als Evangelist und Motivationsredner. Er ist inzwischen verheiratet und hat zwei Kinder.

Für mich beeindruckend seine Geschichte aber vor allem seine Einstellung zum Leben, die auch aus einem Zitat von ihm zum Ausdruck kommt.

„Ein Leben ohne Arme und Beine ist nicht so schlimm, wie ein Leben ohne Hoffnung.“

Und was soll ich sagen. Ich bin ein absoluter Genussmensch. Und früher gab es nichts Schöneres für mich als einen ausgiebigen Brunch zu zelebrieren, ein leckeres Dinner zu kochen oder vor allem nach einem beseelten Klettertag zum Abschluss mit Freunden in eine Wirtschaft in unserer Fränkischen Schweiz hier in Bayern einzukehren, und die traditionelle Fränkische Küche bei einem Radler zu genießen.

Doch seit mehr als 15 Jahren arrangiere ich mein Leben mit der gesundheitlichen Einschränkung extremer Nahrungsmittelunverträglichkeiten und kann fast nichts essen. Nicht von der Menge, das reicht um mich zu ernähren. Doch ohne Vielfalt und mit dem Aufwand fast alles kochen zu müssen.

Und ganz ehrlich, das hat mich schon viele Male an den Rand der Verzweiflung und auch der Hoffnung gebracht. Doch trotzdem. Bis heute habe ich sie nicht aufgegeben. Die Hoffnung. Dafür, dass dieser Zustand bei mir nicht für die Ewigkeit ist.

Umso mehr hat mich die Geschichte von Nick berührt. Die mir ganz deutlich zeigt, wofür ich trotz meiner Herausforderungen dankbar sein darf. Und mir wieder vor Augen geführt, dass alles im Leben immer zwei Seiten hat, die ich betrachten kann.

Der Schatten der einen Seite zeigt immer auch das Licht auf der anderen Seite. Ich weiß inzwischen, dass mich mein Lebensumstand auch sehr positiv beeinflusst hat. Und mir trotz allem die Wunder in meinem Leben bewusst gemacht hat. Oft erleben wir in den dunkelsten Stunden, das hellste Licht am Horizont. Und manchmal zwingt uns das Leben mit Herausforderungen über uns hinauszuwachsen.

Ich schreibe diesen Blog am 7. Dezember. In der christlichen Tradition befinden wir uns in der Adventszeit. Heute ist der 2. Advent. Die Vorweihnachtszeit, die uns am Weihnachtsabend auch zeigt, dass in der dunkelsten Zeit im Jahr, vor mehr als 2000 Jahren, das Licht wieder geboren wurde. Die Adventszeit symbolisiert uns die Wartezeit in der Dunkelheit mit der Hoffnung im Herzen, dass das Licht nicht verloren geht. Im Volksmund sagen wir oft: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Solange wir also leben, gibt es immer Hoffnung.

Die meisten von euch kennen bestimmt auch die kurze Weihnachtsgeschichte der vier Kerzen, in der die drei Kerzen Frieden, Glauben und Liebe ausgegangen waren, und die vierte Kerze zu dem weinenden Mädchen sagt: „Habe keine Angst, so lange ich brenne, können wir auch die anderen wieder anzünden. Ich bin die Kerze der Hoffnung.“

Und wenn ich mir momentan das Weltgeschehen so ansehe, dann ist es wichtiger denn je, unsere „Kerze der Hoffnung“ zu pflegen, damit wir Frieden, Glauben und Liebe wieder in unserem Umfeld anzünden und verbreiten können. Dafür braucht es oft weniger als wir vermuten. Ein offenes Herz, ein Lächeln füreinander, ein paar liebevolle Worte für einen Menschen, der es gerade braucht. Und natürlich auch alles was darüber hinausgeht und aus einer positiven Intention heraus geschieht. Damit pflegen wir jeden Tag die Hoffnung ein wenig mehr und bringen damit auch die Kerzen Frieden, Glauben und Liebe wieder zum Leuchten.

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