Was, wenn das Leben als Komödie gedacht ist?
Diese Frage stelle ich mir öfter. Vor allem, wenn zuversichtlich und motiviert ausgeführte Aktionen einen unerwartet augenöffnenden Effekt haben. Und ich dabei feststellen darf: Ich hätte es besser wissen können :-).
Als ich begann meine Webseiten neu zu gestalten, habe ich ganz spontan zum Handy gegriffen und versucht eine kleine Selbstpräsentation für den Bereich „Über mich“ auf Video aufzunehmen. Völlig unvorbereitet, ungeschminkt, unfrisiert und kein besonderer Dress. Einfach nur neugierig, was ich kreieren könnte.
Mit meiner super Hightech-Kamera vom neuesten I Phone, das ja angeblich bessere Videos aufnehmen kann als manche Digitalkamera. Nicht, dass ich dafür Werbung machen will. Im Gegenteil. Manchmal wäre es besser, wenn die Aufnahmequalität nicht so gestochen scharf ist. So zumindest in meinem Fall! Wenn ich über Zoom mit meiner kleinen Bildschirmkamera ein Video aufnehme, dann fällt das gnädiger aus.
Besonders wenn du voller Enthusiasmus für dein neues Projekt „out oft he blue“ etwas ausprobieren willst. Als Kreativgeist bin ich es gewöhnt aus dem Nichts etwas zu erschaffen. So war der Plan. Hätte ich Spirit von Anfang an mit einbezogen, hätte ich hier bereits sehen können, wie er grinst. Denn was mir danach auf den Videos entgegenblickte, war im wahrsten Sinne des Wortes die ungeschminkte Wahrheit. Unerfahren habe ich die ersten Versuche bei weißem hellem Halogenlicht gemacht. Da ich dachte, ich bräuchte eine gute Ausleuchtung.
Die hatte ich dann auch. Jede Falte und jeder Fleck in meinem Gesicht leuchtete mir entgegen. Gnadenlos. Und Frau sieht natürlich genau hin, wenn es um eigene Bilder oder Videoaufnahmen geht. Einen Text hatte ich auch nicht überlegt, geschweige denn vorbereitet. Es sollte ja spontan und echt wirken. Das tat es dann auch wirklich – mit Humor betrachtet.
Ha, und danach ging einer meiner Lieblingsfilme los. Nicht im Fernsehen, nein. In meinem Kopf. Mein innerer Kritiker legte los. Du bist absolut ungeeignet vor der Kamera. Und nicht nur das. Wie willst du ein Onlinebusiness machen, wenn du am Bildschirm so furchtbar aussiehst. Dann dein Dialekt, deine Stimme für die Kamera auch völlig ungeübt, bla bla bla.
Hilfe, dachte ich nur, bin ich von allen guten Geistern verlassen? So kann ich mich niemals in der Welt zeigen.
Vielleicht kommt dir so etwas bekannt vor, wenn dein innerer Kritiker anspringt?
Ich gab frustriert auf.
Da schaute ich zum ersten Mal in dieser Situation zu Spirit. Er lachte natürlich.
Ich brummte nur vor mich hin und ging ins Bett. Ich schrieb eine kurze Dankbarkeitsliste um mich etwas mehr auf das Positive an dem Tag zu fokussieren. Es gelang nur halb. Ich brummte zu Spirit: „Wie um alles in der Welt soll ich sichtbar werden, wenn so etwas dabei herauskommt?“
Spirit sagte nur: „Für alles was ich im Leben erschaffen habe, und da gehörst auch du dazu, kann ich nur sagen, dass es wundervoll ist. Du bist wundervoll. Wenn du dich mit meinen Augen sehen könntest, wüsstest du das. Und ich brauche sicher kein neues I Phone dazu.“
Ich seufzte und war etwas milder gestimmt. „Und was soll ich jetzt deiner Meinung nach machen, um sichtbar zu werden?“
Ich sah Spirit lächeln. „Fang einfach mit dem an, was du am besten kannst. Schreiben. Für den Rest wird es eine Lösung geben, wenn es soweit ist.“
Besänftigt machte ich das Licht aus und vertagte alles Nachdenken auf den nächsten Tag.
Am nächsten Morgen setzte ich mich nach dem Aufwachen an meinen Schreibtisch und fing an zu schreiben. Einige meiner Webtexte. Und diese Geschichte hier. Die dir vielleicht ein Lächeln entlockt und dich einen Moment lang erheitert. Dann kann ich damit schon mehr Erfolg verbuchen als bei meinem gescheiterten Videodreh. Ich zumindest konnte beim Schreiben schon feststellen, dass ich darüber lachen musste. Und auch über das Video, das ich mir noch einmal ansah.
Vielleicht könnte ich mich ja für die Geisterbahn bewerben, wenn mein Einkommen irgendwann nicht mehr ausreichen sollte. Da hätte ich damit mit Sicherheit ein gutes Bewerbungsvideo zu bieten.
Und äußerst mutig wagte ich bei Tageslicht im Freien eine neue Aufnahme. Nicht ohne vorher einen Blick auf Spirit zu werfen, der mich ermutigend ansah: „Schlimmer kann es ja nicht mehr werden !“
Ich dachte, ja da hast du recht. Und was soll ich sagen, es war zwar immer noch nicht gut genug um durch die Zensur meines inneren Kritikers zu kommen, aber es zeigte mich in einem anderen weitaus angenehmeren Licht.
Und die Moral von der Geschichte?
Ich danke meinen Eltern, vor allem meiner Mutter, für ihren Humor, den sie an mich weitergegeben hatten. Der hilft mir nicht nur kleinen Dramen in meinem Leben mit einem Lachen zu begegnen. Denn wenn du lernst, über dich selbst zu lachen und dein Leben nicht zu ernst zu nehmen, dann wird dein Leben leichter. Und das kleine, vielleicht auch größere Drama darin bekommt manchmal einen anderen Touch.
Und ja, ich sehe Spirit nicken. Wenn du ihn kennst, dann weißt du, er hat viel Humor. Muss er wahrscheinlich auch um nicht zu verzweifeln, wenn er uns Menschen bei unserem Wirken hier auf Erden zuschaut. Vielleicht hat er uns auch aus diesem Grund erschaffen. Damit er etwas zum Lachen hat. Denn ER weiß, dass uns bei allem Drama, was wir kreieren nichts passieren kann. Spirit weiß, sobald wir den Schleier der Illusion durchschreiten, öffnet sich eine ganz andere Perspektive auf die Geschehnisse, die uns oft nicht nur in unseren kleinen Dramen festhalten. Seine Perspektive zeigt uns, dass du alles im Licht oder im Schatten sehen kannst. Selbst wenn dir dabei nicht mehr zum Lachen ist.
Dann hilft dir vielleicht die schöne Intention aus dem Kurs in Wundern: „Lass mich dies im Licht sehen. Im Dunkeln kann ich nicht sehen.“ Und dann lass Spirit die Situation beleuchten und dir Erkenntnisse darüber schenken. Dann wirst du immer mehr erfahren, dass alles nur einem einzigen Zweck dient. Dich dahin zu führen, zu erkennen, wer du wirklich bist.
Ein liebenswertes Wesen voller Wunder. Auch wenn du das wahrscheinlich jetzt noch nicht so ganz glauben kannst. Ich auch nicht immer. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, mich irgendwann durch die Augen von Spirit sehen zu können. Ohne mich vom I Phone davon abbringen zu lassen.
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