Gib dir eine große Umarmung
„Der Atem ist der letztendliche Heiler“ Mary Burmeister
Durch den Atem pulsiert das Leben in uns. Durch den Atem nehmen wir Lebensenergie auf und der universelle Lebensatem wird zu unserem persönlichen Atem.
Jiro Murai, der Begründer des Jin Shin Jyutsu sagte einmal zu Mary Burmeister seiner Schülerin, die die Lehre in die westliche Welt gebracht hat: „Eines Tages wirst du verstehen, dass alles, was wir zur Harmonie und Ausgeglichenheit brauchen, im Atem und in den Fingern steckt.“
Mit jedem Atemzug wirst du neu. Die Lehre des Jin Shin Jyutsu wird auch zum leichteren Verständnis als japanisches Heilströmen bezeichnet. Sie ist ein uns angeborenes allumfassndes Wissen, das in uns liegt. Sie sagt aus, dass bei jedem Ausatmen die Lebensenergie vorne im Körper vom Kopf bis zu den Füßen fließt. Beim Einatmen fließt sie dann wieder hinten von den Füßen hoch hinauf zum Kopf. Der Atem verbindet uns mir „Allem was ist“. Anders ausgedrückt: er verbindet Körper Geist und Seele. Ich stelle mir dabei immer vor, dass bei meinem Ausatmen das Universum einatmet und bei meinem Einatmen das Universum ausatmet. Dadurch nehme ich auf und lasse los, mache mich leer, um dann wieder gefüllt zu werden.
Mary Burmeister sagte in ihren Kursen immer „Der Atem ist der letztendliche Heiler“. Wenn dir nichts anderes mehr einfällt hast du immer noch den Atem. Bewusst atmen kannst du sprichwörtlich bis zu deinem letzten Atemzug praktizieren.
Eine Übung dazu ist das Praktizieren der 36 bewussten Atemzüge in Verbindung mit einer großen Umarmung.
Dazu setze dich entspannt und aufrecht hin. Umarme dich selbst, indem du deine Hände unter die gegenüberliegende Achselhöhle schiebst. Die Daumen bleiben vorne am Brustkorb, die Finger liegen unter der Achselhöhle seitlich am Körper und zeigen zum Rücken. Schließe, wenn du willst deine Augen. Du kannst auch während der Übung eine für dich passende Entspannungsmusik hören.
Lasse jegliche Anspannung so gut es geht los. Bringe deinen Kopf in eine entspannende Haltung indem du ihn ein wenig nach vorne neigst.
Dann atme ohne Anstrengung ein und aus. Lasse den Atem fließen und sei der Beobachter. Richte deine Aufmerksamkeit nach innen.
Dann beginne deine Atemzüge zu zählen. Einatmen 1 – Ausatmen 1 – Einatmen 2 – Ausatmen 2. Ziel sind 36 bewusste Atemzüge. Das Zählen wirkt wie ein Mantra. Wenn Gedanken dich ablenken bringe deine Aufmerksamkeit sanft wieder zurück zum Atem. Da wo deine Aufmerksamkeit ist, ist auch deine Kraft. Der Atem bringt dich so automatisch ins Jetzt, in den gegenwärtigen Moment.
Du kannst dir zusätzlich vorstellen, wie beim Ausatmen alles aus dir herausfließt was du nicht mehr brauchst. Und beim Einatmen strömt alles was dir dienlich ist in dich hinein. Der Atem reinigt dich.
Solltest du aus dem Zählrhythmus herauskommen, dann beginne wieder von vorne, bis du die 36 Atemzüge bewusst und ohne Unterbrechung fließen lassen kannst. Wenn dies am Anfang schwierig ist, dann teile die Atemzüge in 4 x 9 Atemzüge auf beim Zählen.
Diese Übung wird dir mit der Zeit helfen, deine Gedanken, deine Gefühle und dein Körpersystem zu harmonisieren. Mary Burmeister empfiehlt diese Übung für die tägliche Praxis. Ich auch. Insbesondere, weil sie so einfach ist und jederzeit und überall (auch unauffällig bei geöffneten Augen) praktiziert werden kann.
Denn mit dem Atem kannst du Wunder in deinem Körper bewirken.
Wenn du mehr über die Lehre des Jin Shin Jyutsu – der Kunst des Schöpfers durch den mitfühlenden Menschen erfahren möchtest, empfehle ich dir das Buch von Waltraud Riegger-Krause Jin Shin Jyutsu – Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände.
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